The Malta-Experience

WIKIPEDIA © sagt über Malta:

Die Republik Malta (maltesisch: Repubblika ta’ Malta) ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Der maltesische Archipel verteilt sich auf die drei bewohnten Inseln Malta (einschließlich Manoel Island, etwa 246 km²), Gozo (maltesisch: Għawdex, etwa 67 km²) und Comino (Kemmuna, etwa 3 km²) sowie auf die unbewohnten Inseln Cominotto (Kemmunett), Filfla (Filfola), St. Paul’s Islands und Fungus Rock.

Die Hauptinsel Malta ist in zwei Regionen mit fünf Bezirken gegliedert. Gozo und Comino bilden zusammen die dritte Region und den sechsten Bezirk. Der Name stammt von der punischen Bezeichnung für Zufluchtsort malet, die Griechen nannten die Inseln Melite (Μελίτη), bei den Römern hieß sie Melita.

Malta wurde am 21. September 1964 vom Vereinigten Königreich unabhängig. Am 1. Mai 2004 wurde es Mitglied der Europäischen Union und ist seitdem ihr kleinster Staat. Zum 1. Januar 2008 wurde in Malta der Euro eingeführt. Hauptstadt ist Valetta

Eine sehr gute Suchseite für Malta und Gozo ist  malta4you   Hier kann man alle Einzelorte und Sehenswürdigkeiten "besuchen".
Weiterhin eine excellente website über Malta mit vielen Fotos und Informationen ist  Fotoreiseberichte.de

Wenn die beste aller Ehefrauen meint, sich auf Teneriffa die Beine vertreten zu müssen, man die ersten 6 Wochen dann des Alleinseins und Schnee-Schippens müde ist, kann man sich nur das Leben nehmen oder selbst eine Reise antreten. Ersteres ist der Gesundheit nicht zuträglich, daher ist angezeigt, eine Alternative zu suchen und in die Tat umzusetzen.
Da auf meinen bisherigen und künftigen Frachtschiffreisen die englische Sprache Umgangssprache ist (wie in der Luftfahrt Standard), überlege ich nicht lange, buche für 14 Tage eine Sprachschule auf Malta und suche mir eine Lastminute-Reise dazu, die ich bei FTI finde. Das Sprachschul-Angebot sagte mir bei Look am besten zu, da diese Sprachschule in Sliema liegt und Sliema geht sozusagen in Valetta über, jedenfalls kann man keine Grenzziehung feststellen. Und FTI kann mir ein Hotel direkt am Meer anbieten, sehr günstig und dazu ein Doppelzimmer zur Allein-Nutzung. Was will man me(e)hr als Blick aufs Meer. Und die Temperaturen lassen zumindest den Winter 2009/2010 mit seinen Schneemengen und wochenlangen Minusgraden vergessen. Moderate 13-20° sind auszuhalten.
Aber ich bin ja schon mittendrin, daher Sprung zurück und der Reihe nach.
Malta und die Sprachschule sind online gebucht, jedoch wie hinkommen??
Leider geht kein Weg an der Tatsache vorbei, dass „AirMalta“ nur Düsseldorf anfliegt, also weder Köln noch Hannover, was mir natürlich am liebsten gewesen wäre. Nun ja, also sucht man sich eine passende Bahnverbindung und düst zum Flughafen Düsseldorf. Air Malta scheint pünktlich zu sein, aber das täuscht, denn im Flieger warten wir ganze 45 min, bevor die Boeing zum Start freigegeben wird. Ich bin allerdings positiv erstaunt und überrascht, dass bei den 2,5 Stunden ein ordentliches warmes Menu gereicht wird. Kurze Zeit nach Überfliegen von Sizilien bekommen wir auch schon Anweisung, die Sitzlehnen aufrecht zu stellen, und der Abstieg zum Landeanflug beginnt. Relativ schnell ist auch das Gepäck ausgeladen und schon geht es mit einem Sammelbus in die Stadt, wo jeder einzeln an seinem Hotel abgesetzt wird.
Da wird auch schon das „Diplomat“ ausgerufen…ich bin da!! (Bilder vom Hotel)
Das Hotel macht einen ordentlichen Eindruck, es hat 4**** nach Landeskategorie, was gefühlt 2** max.3*** international entsprechen dürfte, es gibt nichts zu meckern. Da viele Studenten auch in Hotels wohnen, ist es bis etwa 24 Uhr etwas unruhig.
Montagmorgen startet mein Kurs und ich soll etwa gegen 8 Uhr vor Ort sein, a) um meine Gebühr per Kreditkarte zu bezahlen und b) um Lehrmaterial zu bekommen.
Vom Hotel laufe ich ungefähr 20 min „über den Berg“ und ich bin nach etwa 2 km am Ziel, Hotel und Schule liegen in Sliema.
Um 8:30 Uhr treffen sich die „Probanden“ in Raum 9, der jedoch sehr eng ist. Die Look-Sprachschule hat das aktuelle Problem, die komplette „Aircondition“ ersetzen zu müssen, d.h. die Handwerker sind im Haus und nehmen sich zur Zeit die erste Etage vor, daher gehen wir ab Dienstag in den Klassenraum 10, der auch etwas größer ist. Unser Lehrer ist David, ein hochsympathischer junger Mann von 25 Jahren. Wir „Schüler“ sind zu neun, davon 4 weibliche und 5 männliche Studiosi, alle im Alter von etwa 20 bis 51 nebst einem alten Sack, sorry, einem etwas älteren Herrn. Ja, und nun geht es ans Eingemachte, da wir gemäß unserer Testarbeit in die Klasse „Pre-Intermediate“ eingestuft sind (Klasse 3 von 5) und im Übungsbuch fangen wir auch sofort mit Übung 11 an (das Buch fängt aber mit 1 an).
Die reine Schulzeit ist unterschiedlich, je nachdem, was man gebucht hat. Ich selbst habe nur den Vormittag von 9-12:30 gebucht, die anderen haben meines Wissens alle noch einen (1-stündigen) Intensiv-Kurs dazu gebucht, was ich nicht wollte. Während ich ja auch „just for fun“ meine Kenntnisse auffrischen will, brauchen die jüngeren Teilnehmer das für den Beruf und daher die zusätzliche Intensiv-Zeit. Persönlich merke ich an, dass ich (ehrlich!) die beste Aussprache von allen habe, besonders die (außer meinen deutschen Mitschülern) Fremdsprachler haben eine derart harte Aussprache, dass man kaum etwas verstehen kann, obwohl die Worte richtig gewählt sind. Meine drei Landsleute sind da doch besser dran, aber bei den Übungen ist der Autor unbestritten und mit Abstand No. 1 !! Das wird auch von allen anerkannt, was natürlich positiv registriert wird.
Es herrscht strengstes Rauch-Verbot im Hause und dafür wird von einer großen Anzahl von Schülern aller Klassen in der Pause der Luftraum des Hofes contaminiert und Nichtraucher halten sich besser fern.

Für den Vormittagskurs ist um 12:30 Feierabend, aber auch für die „intensiven“ ist ab 14 Uhr etwa der Nachmittag zur freien Verfügung und so macht jeder entweder allein oder in der Gruppe, die sich gebildet hat, das, was man unter Einbeziehung des Wetters eben machen kann: Sightseeing zu Lande oder Wasser. Ich z.B. wollte auf Empfehlung eines „Mitschülers“ heute mit dem Bus nach Mdina, bin aber versehentlich bereits in Mosta ausgestiegen, weil ich nur die gewaltige Kathedrale im Blick hatte. Mosta und Mdina liegen –so könnte man sagen- mitten im Land, Mdina hat etwa 500  Einwohner  und Mosta etwa  2000.
Während in Sliema , dem Ortsteil mit den vielen Sprach-Schulen und wo die größte Hektik herrscht, viele Gebäude in einem schlechten Zustand sind (oftmals ist nur eine Fassade vorhanden und dahinter ist nichts mehr), fällt mir das in Mosta nicht so auf. Natürlich sind auf dem Lande keine hohen Gebäude zu finden, alles bewegt sich dort im Bereich von max. 2-3 Stockwerken, während in und um Valetta, der Hauptstadt, die alten mehrstöckigen Gebäudeanlagen mit den meterdicken Mauern vorhanden sind und neuere Häuser so um 8 Stockwerke Standard scheinen und natürlich auch gelegentlich höhere Gebäude vorhanden sind.
Hier etwas zu Land und Leuten:
Malta ist EG-Land, EURO-Zone, also Schengen-Mitglied. Gesamt etwa 414.000 EW, je gerundet zur Hälfte weiblich/männlich. Das maltesische Pfund (£M) ist zwar immer noch auf den Preisschildern zu lesen, aber de facto wird in EURO bezahlt.
Die Preise bewegen sich auf normalem EURO-Niveau
Malta liegt auf halber Strecke nach Afrika und ist daher immer wieder Ziel von „boatpeople“, so wie auch Sizilien und Lampedusa.
Von Januar bis März sind viele „Schnee-Flüchtlinge“ hier, was verständlich ist. Wer nicht auf die Kanaren fliegt, wählt Malta mit seinem moderaten Winterklima. Der Verkehr wird hier –natürlich mangels Eisenbahn- durch Kraftfahrzeuge bestimmt, und dieser Verkehr ist enorm. Erstaunt hat mich die große Anzahl von relativ alten Bussen, so etwas sieht man bei uns in Deutschland nicht (mehr). Insgesamt 508 alte Leylands, Perkins, Cummins oder Bedfords, die nach meiner Einschätzung 30 oder mehr Jahre auf dem Buckel haben, fallen nur durch ihre Menge und Farbe auf.   
Es gibt zwei Fahrschein-Preise, was es einfach macht, das angeratene Kleingeld bereit zu halten: 47 cent (man gibt 50) für alles, was irgendwie Kurzstrecke (bis etwa 30 min) ist, für die Fahrt ins Landesinnere mit einem „Direktbus“ musste ich 1,16 (1,20) zahlen, war dafür auch etwa 45 min unterwegs, mit vielen Haltestellen. (Hier  die Malta-Bus-map)
Jede Menge PKW-Verkehr, der sich immer wieder von beiden Seiten vor den Bus drängt oder vorbei auf die andere Fahrspur, denn wir wollen daran denken, dass Malta natürlich Linksverkehr hat!! Aber die Busfahrer reagieren stoisch ruhig und lassen jedem sein Recht.
Der nächste Tag: Man kann es kaum glauben, aber es ist wahr, wir haben strahlenden Sonnenschein mit 20°, aber gefühlten 25°, es ist richtig warm am Nachmittag.
Nun, nicht jeden Tag kann man auf derart gute Gaben hoffen. Der heutige Freitag bringt weniger Sonne, trotzdem ist es warm und es sind genügend Leute auf der Straße. Ab Mittag scheint der run nachhause eingeläutet  zu werden, jedenfalls hat man das Gefühl. Ich muss unbedingt noch einen Chiropraktiker aufsuchen, denn bei einem leichten Unfall durch einen umgefallenen Stuhl (auf dem ich allerdings saß) habe ich mich anscheinend rechts etwas verrenkt. Zuerst wurde ich zu einer privaten Klinik nahe dem Hotel geschickt –Saint James Hospital- mit einem „24 hr hospital doctor service“, das muss man bei uns erst einmal nachmachen!! Natürlich haben wir dank Notdienst in den Kliniken auch ähnliches, aber damit wird nicht wie hier auf Visitenkarten Werbung gemacht. Vom Hospital –die natürlich keinen Chiropraktiker hatten- zu einem Physiotherapeuten geschickt, der mich zwischen die anderen Patienten in den Terminkalender quetschte. Ich wurde also sofort behandelt und er kassierte für die 15 min glatte 30 €, ein wahrlich guter Satz ! Und ob es etwas half, werden die nächsten Tage zeigen. Vorsichtshalber habe ich bei einem anderen Therapeuten auf Hotel-Empfehlung weitere 3 Sitzungen, erheblich billiger, eingekauft (siehe weiter unten).

Im Hotel sind nach Aussage von Louis, dem Barmann, etwa 100 Marokkaner als Schüler für Englisch untergebracht, ich würde in Deutschland auf die 12 Klasse tippen. Die Kosten für Unterbringung und Sprachschule werden von irgendwelchen marokkanischen Organisationen getragen, die ihrem Nachwuchs offensichtlich die Chance geben wollen, in einem Commonwealth-Land die Sprache zu lernen. Am morgendlichen Buffet merkt man dann aber die Unterschiede zu “richtigen“ Besuchern, denn das junge Volk macht sich aus den Auslagen des Frühstücksbuffets durchweg „Burger“ als Zielobjekt des Hungers, also zwei Scheiben Toast und dazwischen mehrere Lagen Schinken, Wurst, Käse, evtl. noch Ei. Hier im Hotel ist natürlich das Standard-Buffet der englischen Länder aufgebaut: Eier in diversen Variationen, Schinken ebenso, Bacon, diverse Sorten Bagels, Kuchen, diverse Toastsorten, jede Menge Müsli mit Obst und Yoghurt oder Milch und was sonst so auf das Brot gehört. Dazu die Kombimaschine für die Heißgetränke (bei mir also Cappuchino) und die Saftbar. Eigentlich ist alles vorhanden, es wird auch laufend aufgefüllt. Hier gibt es nichts zu beanstanden, man kann vollauf zufrieden sein.

In der Sprachschule werden wohl erst Anfang März die Bauarbeiten für die Erneuerung der Klimaanlage beendet sein, die erste Etage ist vollkommen ausgefallen und somit muss der Stundenplan für etliche Klassen (mit jungem Volk) umgeworfen werden, wir sind nur durch ein anderes Klassenzimmer, wohin wir ausweichen, davon betroffen.
Im Empfang ist man bemüht, auch dem Vergnügen der jungen Generation ausreichend Platz zu verschaffen, denn es werden viele Angebote gemacht, die natürlich zu bezahlen sind (aber das ist überwiegend der Fahr- oder Bootspreis oder Eintritte etc. Ich denke, es wird nicht für eigene Kräfte hier zugelangt, allenfalls geringfügig).
Wenn man an der „Seeseite“ der Häuserreihen vorbeiflaniert, dann ist natürlich festzustellen, dass jedes zweite Geschäft eine „Bar“ ist, dadurch sind die „echten“ Geschäfte häufig auf der Etage zu finden. Bar heißt hier auch zwangsläufig „Pizza und Pasta“, insofern merkt man die Nähe zu Italien, welches ja auch per Katamaran als Tagesausflug nach Sizilien zu realisieren ist.
Wenn ich aus meinem Hotelfenster im 5.Stockwerk auf die Seepromenade schaue, stelle ich fest, dass eine Unmenge von Joggern unterwegs ist. Man kann das aus der Höhe noch besser überblicken als auf Augenhöhe mit den Joggern. Jedes Alter ist vertreten. Die Bedingungen sind eigentlich ideal, wenn man davon absieht, dass zwischen Promenade und Häuserschlucht natürlich eine viel befahrene Strasse verläuft. Und gerade die Busse gehören nicht zu den umweltfreundlichen, da –wie schon beschrieben- die alten Leylands (und Co) ganz schön Ruß ausstoßen.
Es ist überhaupt interessant mit den Bussen: Bei diesen ATP-Bus-Veteranen ist der Mittelgang einst angedacht zur Nutzung als Reisebus (Hinweis: Das war meine -falsche- Einschätzung, denn wer die Malta-Bus-Story (lange Ladezeit beachten!) durchliest, wird andere Informationen bekommen), kleine Sitzbänke rechts und links für je 2 (kleine) Personen, stehen kann eigentlich nur eine Person. Zeichen zum Halt gibt man über Klingelknöpfe oder eine Strippe an der Decke, die beim Fahrer eine Klingel auslöst. An jeder Haltestelle müssen sich natürlich die Fahrgäste im Fond wieder nach vorne drängen und die Stehenden rücken nach hinten durch. Jedoch gibt es keine Aufregung, auch draußen nicht, denn die Busse bleiben bei den engen Straßen gerade mal da stehen, wo das Bus-Stopp-Schild ist. Der restliche Verkehr muss zwangsweise dahinter bleiben und weil es sowieso nicht zu ändern ist, wird auch nicht gehupt, man wartet, bis der Bus weiterfährt. Und bleibt dahinter, weil keine Überholmöglichkeit besteht. Obwohl die Malteser ansonsten recht stramm fahren, wird aber sofort gebremst und angehalten, wenn man die Straße überqueren will. Als an den Rechtsverkehr gewöhnter muss man natürlich jetzt erst immer nach rechts schauen beim Betreten der Straße, das muss nun einmal in den Kopf rein!!
Abends sehe ich einen gut gekleideten jungen Marokkaner in der Hotel-Lobby und ich setze mich neben ihn, denn zum Kontaktieren habe ich den richtigen Grund gefunden: Er sitzt mit 2 Notebooks da und überspielt offensichtlich von einem iTunes-Gerät Musik auf die Notebooks. Also frage ich ihn, woher er kommt und er erzählt mir von Casablanca, der drittgrößten Stadt Afrikas (6 Mio EW), die natürlich für Touristen „vollkommen sicher ist“. Kann ich nicht beurteilen, dabei solls bleiben.
Auf meine Frage nach dem superdünnen Notebook, welches sich als MacBook Air herausstellt, und meinem dann folgenden Hinweis, dass sich ein Normalbürger ja so was nicht erlauben könne, wurde ich auf seinen gut betuchten Vater verwiesen, der das Teil seinem Sohnemann gekauft hatte. Wer hat, der hat. Und die Sprachschule muss ja auch bezahlt werden.
Samstag und Sonntag ist kein Sprachunterricht, also Freizeit und damit Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen, was bekanntlich jeder auf seine Weise macht.
Mein Samstag: Zuerst also Frühstück, welches schon beschrieben wurde und immer noch den gleichen Umfang hat. Es ist aber schon interessant, die Hotelbesucher etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Generell scheint der Gedanke vorzuherrschen, was ich bereits pauschal bezahlt habe, muss auch irgendwie verbraucht werden.
Bei den jungen Marokkanern hatte ich das schon mit dem Hang zur Herstellung von Burgern beschrieben, aber auch andere Landsleute hauen sich reihenweise Toast, Frühstücksbohnen, Bacon, Eier der verschiedensten Art, Würstchen, Kuchen, Obst, Yoghurt, Müsli und was sonst so angeboten wird, in den Hals. Während ich zu Mittag vielleicht ein Nudelgericht oder eine Pizza esse, oder aber auch mal nur Obst, abends aber gar nichts, sehe ich, wie abends in den Restaurants die große Schlemmerei abgeht. Wohl bekomms!!
Mit offenen Augen kann man aber auch diverse Macken anderer Gäste beobachten: Eine ältere Engländerin putzt einen Greifer für Brot erst immer mit einer Serviette ab, dann sieht sie in den Tellerrechaud (weil sie anschließend warme Würstchen bunkern will) und holt den zweiten oder dritten Teller raus, weil der ganz sicher warm ist. Allerdings mit Serviette!! Und dann wird etwas warmes (Würstchen, Bacon, Eier) aufgelegt. Jeder nach seiner Art.
Man muss aber betonen, dass die Gastronomiepreise wirklich moderat sind: Die Touristen-Standardgerichte wie Pizza oder Pasta liegen im Schnitt zwischen 6,- und 7,50€, die Getränke dazu bei 1,- bis 1,50 (Alkoholfrei!). Und selbst in besten Lagen kostet es nicht mehr!
Beispiele: In einem guten Lokal heute in Mdina hatte ich einen Teller „Pasta with Seafood“ (die bekannt großen und tiefen Pasta-Teller), wirklich üppig mit Seafood bestückt, dazu ein 0,4-ltr-Glas Cola sowie hinterher einen Espresso: 10,70€  Da kann man nicht meckern.
Mein Hotel –sonst moderat- nimmt mir an der Bar für ein Stück Käsekuchen, mit Lemon-Meringue abgedeckt, und einen Standard-Cappu ganze 3,50€ ab, wovon der Kuchen 2,- kostet. In einem deutschen Cafe würde man darüber glücklich sein, hier ist es teuer (aber gut!). Ein Cappu kostet im Schnitt zwischen 1,- und 1,30€,  aber auch schon darunter, was ich als sehr angepasst bezeichne.

Wir sind wieder beim Ausflug am heutigen Samstag:
Fotoapparat und Jacke gepackt und dann gehe ich langsam zu dem etwa 1 km entfernten Fähranleger, wo sich alles trifft, was in irgendeiner Form beweglich ist. Zwischendurch muss man noch einmal sagen, ich befinde mich in Sliema, also nicht in Valetta, der Hauptstadt, sondern sozusagen ein westlicher Vorort, sehr rege und hier sind eben auch die diversen Sprachschulen.
Vor dem Fähranleger versuchen die „Ticket-Agenten“ reisewilliges Volk zu überreden, bei mir hat eine hier lebende Deutsche Glück, ich kaufe ein solches „Malta-Sightseeing-Ticket“ für die Nordtour. Es ist eine sog. „hop-off-hop-on-Tour“, wo man jederzeit unterbrechen und mit dem nächsten oder einem späteren Bus wieder weiterfahren kann. Da ich Teile der Fahrt bereits vom Linienbus kenne, fahre ich die Standardtour und „hoppe-off“ in Mdina, wo ich ja eigentlich bereits am Dienstag hin wollte. Mdina (1500n.Chr.) ist im Mittelalter die Hauptstadt von Malta gewesen und auch heute noch eine sehenswerte Stadt. Sie hat verschiedentlich den Namen gewechselt, je nach „Herrschaft“ und den herrschenden Gesetzen, aber der mittelalterliche Name „Citta Nobile“ –übersetzt also „die noble Stadt“- beschreibt am besten den Status der Stadt. Beeindruckende Paläste mittelalterlicher und barocker Architektur an schmalen schattigen Straßen, die auf einladende Plätze münden, bilden den einzigartigen Mix dieses Weltkulturerbes. Und natürlich die Kirchen und Kathedralen !
Mdina ist sicher wert, einen ganzen Tag zu bleiben, ich aber hoppe wieder on nach 2 Stunden und  die Fahrt geht weiter über Golden Bay, wo (meine Meinung) wirklich nichts los ist, Radisson aber ein Hotel hat, weil der Strand dort der einzig sandige auf Malta ist, nach Bugibba. Auch Bugibba könnte ich persönlich vergessen, da ist jeder Ort  an der Küste Mallorcas besser! Nun gut, für 1 Stunde also „hop-off“ und dann aber wieder „hop-on“ zwecks Rückfahrt, denn es ist bereits gegen 16:30 Uhr und am heutigen Tag war es verdammt windig, wenngleich sonnig. Über St.Georges Bay (Hilton, Casino, Westin) erreichen wir um 17 Uhr wieder Sliema und damit ist der heutige Tag gelaufen. Windig, aber schön, und Mdina wäre noch mal einen Nachmittag wert.
Übrigens sei erwähnt, dass auch zum Ganztages-Tourpreis von 15,-€ nichts gesagt werden kann.
 
Meine Planung für morgen: Sonntags ist der sehr bekannte Fischmarkt in Marsaxlokk (gesprochen: Marsaschlock!), der immer für einen Besuch gut ist, sofern man denn aus den Federn kommt!!
Ich kam aus den Federn, jedenfalls ausreichend früh, so dass ich um 8:15 an der Bushaltestelle war. Zwar hatte mir die gute Magda aus der Rezeption gesagt, dass der 627er aus Bugibba direkt nach Marsaxlock fahren würde, aber beim Studium des Busfahrplan-Flyers sah ich, dass eben dieser Bus erstmals um 9:30 in Bugibba startete, also viel zu spät. Somit steige ich in den erstbesten Bus ein und fahre nach Valetta, suche dort den Bahnsteig für den 27er und….welche Überraschung, Olaf und Andrea aus dem Kurs stehen auch bereits dort, Andrea in Begleitung einer jungen Russin, die eigentlich kein Wort Englisch spricht und in Russisch sind wir auch nicht gut drauf!! Also bleibt diese Konversationsschiene ziemlich einseitig. Etwa 30 min Fahrt und wir sind vor Ort und es ist schon richtig was los. Zwar heißt der Markt „Fischmarkt“ und es werden auch tatsächlich Fische verkauft, aber ansonsten ist es ein typischer Markt, wie ihn Italien-Urlauber jeden Sonntag an jedem Ort erleben können: Klamotten, Schuhe, Kinderspielzeug, Fressalien jeder Art, Obst, lebende Tiere, Bücher, Schallplatten (Tonträger), Souveniers – einfach alles, was man sich auf einem südländischen Markt vorstellen kann.
Wir haben viel Spaß miteinander, was leider auf 3 Personen beschränkt ist, weil unsere junge Moskauerin einfach daneben steht, nichts versteht. Sie braucht unbedingt ein Wörterbuch, aber Russisch-Englisch ist natürlich auf dem Markt nicht zu bekommen. So trinken wir erst einmal einen Cappucino und machen uns weiter auf den Parcour, der sicher so 1-1,5 km lang ist. Das Wetter unterstützt unsere Fotografiererei auch mit grandioser Sonne (was ich abends an meiner Kopfhaut merke – Sonnenbrand! Mütze vergessen!) und um unserem Gaumen Genugtuung zu verschaffen, entern wir ein Restaurant und versuchen, dem Wirt klar zu machen, dass wir eine gemischte Fischplatte haben wollen, was auch zugesagt wird. Nachdem wir fast 1 Stunde warten müssen, kommt dann auch das Erwünschte, was jedoch m.E. die 60,-€, die wir dann zahlen sollen, nicht wert ist. Wir hatten vorher geklärt, unsere kleine Russin zum Essen einzuladen und nach dem Bezahlen machen wir uns noch einmal auf den Weg durch die Verkaufsstände, halten aber dabei die Richtung Bushaltestelle ein. Irgendwie sind wir dann gegen 15 Uhr wieder in Valetta, wo sich unsere Wege trennen, da unterschiedliche Interessen den Nachmittag bestimmen. Wir würden uns ja sowieso am morgigen Montag wieder im Unterricht treffen.
Ich habe gottlob keine gravierenden Rückenprobleme, finde nach Vorgabe von Olaf meinen Weg in die Innenstadt, die sich an einem Sonntag erstaunlich leer gibt. In der „Oberstadt“, wie ich diesen Teil Valettas benenne, sind neben einigen Kirchen auch das Parlamentsgebäude (Buckingham-Palace) und andere offizielle Gebäude der Verwaltung, alle natürlich aus den vergangenen Jahrhunderten, angesiedelt. Und Queen Victoria hat natürlich auch ihren Platz hier. So leid mir die nächsten Feststellungen für die Malteser auch tun, es ändert nichts daran, dass alle Gebäude äußerlich in einem außerordentlich dreckigen Zustand sind. Und ein Mitglied der “Guardia Civil“ –wie man in Italien sagen würde-, also der Bewacher des Parlaments, merkt auf ausdrückliches Befragen und Abwischen von Fensterbänken zur Demonstration meiner Frage darauf hin an, dass eben äußerlich von der Regierung nichts getan wird, innen aber alles picobello sei, was ich zweifelsfrei zugestehe. Aber dieses äußerliche Bild von Fensterfronten und –Rahmen mit einem dicken „Zementschleier“ ist wirklich keine Empfehlung. Und schon gar nicht am Parlamentsgebäude und zugehörigen Verwaltungsbauten.
Auf dieses Thema habe ich Magda, meine liebe und immerwährend freundliche Rezeptionistin, angesprochen, die mir versichert, dass Valetta und die Orte bis Sliema und gar St.Julians die schmutzigsten Orte von Malta seien. Auf dem Lande würden die Hausbesitzer ständig mit Putzeimer und Lappen unterwegs sein, um ihr Eigentum sauber zu halten.
Das will ich soweit mal unbestätigt im Raum stehen lassen, ich werde ein Auge darauf halten.  

Am heutigen Montag hatten wir wieder drei neue Mitlerner, u.a. Katrin aus Freiburg. Jede Woche kann man dem Kurs beitreten, was unseren Lernfortschritt nicht beeinflussen sollte, lediglich das gegenseitige Vorstellen wird als Prozedur wiederholt. Es war nach meiner Intervention, in einen höheren Kurs einzusteigen und wirklich Konversation zu betreiben, zuerst „ist möglich“ gesagt worden, als ich den Raum in der Pause erfragen wollte, war plötzlich alles besetzt, keine Änderung.
Nach Unterrichts-Schluss wollte ich schnell meine Unterlagen im Hotelzimmer ablegen und stellte fest, dass das Zimmer nicht gemacht war und meine Bitte, ein Techniker möge den Fernseher mal kontrollieren zwecks Einstellungen, ebenso wenig realisiert war. Auf meine Reklamation hin wurde gesagt, ich hätte  ja die bekannte Papierfahne „don´t disturb“ an der Türe gehabt. Tatsächlich hing ein Sack mit frischen Handtüchern am Knauf und darunter hing diese rote Fahne. Ich vermutete meine junge marokk. Nachbarin aus 501 (ich habe 502) als Täter. Heute Morgen hatte ich einen Zettel geschrieben und an die Türe geklebt mit der Bitte, ob man bei der mitternächtlichen Rückkehr nicht etwas leiser sein und das Singen unterlassen könnte (die Jugendlichen treffen sich abwechselnd auf den belegten Zimmern und dann ist immer was los). Der Zettel war später weg und als dann gegen 18 Uhr der TV-Techniker noch einmal kam und nochmals sagte „ich kam ja nicht rein, weil die Fahne am Türknauf hing“, ging meine linke Nachbartüre auf und ein älterer Engländer meldete sich mit gleichem Problem und sagte, auch Nr. 504 wäre in das gleiche offene Messer gelaufen. Eigentlich war damit die Lage klar, denn diese beiden hatten sogar noch gegen 04 Uhr an die Tür der feiernden Marocs geklopft. Die Retourkutsche und das Gehabe muss morgen mit dem General geklärt werden. So jedenfalls lassen wir uns nicht vorführen. Zur Vorsicht werde ich heute Ohropax einschieben, was ich eigentlich nicht vorhatte. Das ungemachte Bett stört mich in keiner Weise.
Den Nachmittag habe ich –abgesehen von diesen Spielchen- noch einmal in Valetta zugebracht. Mit vollem Fußgängerverkehr sieht es natürlich anders aus als bei Sonntäglicher Leere.
Auf dem Rückweg von der Schule sehe ich in der Nachbarstraße einen Thai-Massage-Salon, wo ich für 19 Uhr einen Termin für eine Rückenmassage mache. Die junge, nicht ganz schlanke Thailänderin, macht einen wirklich hervorragenden Job unter Einsatz ihres ganzen Körpergewichtes, was ich ausgesprochen positiv empfinde. Die 30 € beim Therapeuten wären wesentlich besser hier angelegt gewesen und bei ~40 min Knetzeit auch noch 5 €  billiger. Gefühlt jedenfalls ist diese Massage 10 x besser und die neuralgischen Punkte sind voll erkannt und bearbeitet worden. Für morgen ist eine (beidseitige) Schultermassage terminiert worden. Ich freue mich schon drauf. (Daraus wurde nichts, siehe später).
Dienstag, 23.2.: Nach dem Frühstück gebe ich den Schlüssel (gottlob nicht den Löffel!) ab und erzähle Magda, der besten Rezeptionistin Maltas von meiner Thai-Massage, worauf die sofort eine Visitenkarte eines Masseurs hervorzaubert,“der beste Mann auf Malta!“. Und siehe da, wir treffen uns um 13 Uhr nach der Schule und gehen zu „seiner Bude“, das ist ein Laden für medizinisches Gerät, an dem ich jeden Tag vorbeikomme. Nachträglich werde ich stutzig: Warum haben mich die Leute von der Privatklinik, um die Ecke herum, gelegentliche Geschäftspartner, nicht an ihn verwiesen und mich stattdessen zu dem weit entfernten Physiotherapeuten geschickt, der –aus heutiger Sicht- sein (mein) Geld nicht wert war? Provisionen?? Ich habe jedenfalls lasse hier bei John meine Schultern massieren und das ist allemal die 12€ wert, die er haben will.
Zum Lunch komme ich heute nicht, da ich meine Fahrkarte für die große Hafenfahrt mit „Capitän Morgan“ endlich einlösen will. Also geht es um 14:45 los, wir tuckern in die verschiedenen Hafenbecken und Debbie – die Ansagerin- erklärt alles auf Englisch und Deutsch. 1,5h dauert die Fahrt und dann weiß man, dass in dem großen Trockendock auch Panamax-Schiffe repariert werden konnen mit max. Traglast von 320.000 BRT.
Jetzt aber meldete sich der Hunger und in einer Sportbar gelingt es mir, neben Tomatensalat und Lasagne das Spiel Valencia gegen Gerona zu verfolgen, welches bei meinem Abgang 2:1 für Valencia stand. Da ich heute ein 5-Tages-Busticket für die restliche Zeit bis incl. Samstag gekauft habe, nutze ich das bereits jetzt aus und fahre direkt durch bis St.Julians, laufe dort noch etwas rum und mache mich gegen 18 Uhr auf den Heimweg ins Hotel. Ich lasse mir dort ein Bad ein, mir ist einfach danach, mich im warmen Wasser zu räkeln. Danach wird dieser Bericht vervollständigt und mit den Ereignissen der Winter-Olympiade von Vancouver im TV, untermalt mit herrlicher Swingmusik von meinem mp3-Player, wechsele ich langsam die Räume.
Da jeder Schultag so ziemlich gleich ist, wird dieser Teil übersprungen und da mit John, dem Masseur, ein Termin nach Schulschluss abgesprochen ist, gehe ich langsam in diese Richtung und warte gerade mal noch 5 min, dann ist er da und ich genieße 35 min lang die Rückenmassage, die er mir angedeihen lässt. Wir vereinbaren für Freitag einen letzten Termin. Danach ab ins Hotel, Kamera geschnappt und noch einmal nach Mdina gefahren, dieser ehemaligen Hauptstadt von Malta aus dem Mittelalter. Bereits auf dem Hinweg bemerke ich zwei junge Frauen, die bei Fahrt in dem holpernden Bus tatsächlich versuchen, Aufnahmen zu machen. Ohne weiteren Wortwechsel entfleuchen wir in Mdina in unterschiedliche Richtungen, aber wie manchmal der „Reiseleiter ganz oben“ will, wir fahren gemeinsam wieder nach Sliema zurück und kurz nach der Abfahrt habe ich über das Thema Fotografie das Eis gebrochen und es stellt sich heraus, dass beide aus Wien sind und ebenfalls in der am-Sprachschule für 1 Woche „Nachschulung“ gebucht haben, allerdings in einer anderen Klasse (intermediate). Und ebenfalls stellt sich beiläufig heraus, dass wir den gleichen Rückflug nach Düsseldorf haben, für Gesprächsstoff an Bord ist also gesorgt. (Die beiden allerdings müssen dort nach Wien umsteigen).  Sie haben bereits die Information, wann sie bei ihren Gastgebern abgeholt werden sollen (absolut unchristliche Zeit 05:30, was mir auch drohen wird). Ich werde wohl am Samstag die Information aufs Zimmer bekommen.
Dann noch etwas intensiver die Hausaufgaben gemacht und die zurückliegenden Übungen noch einmal angesehen, da am morgigen Donnerstag ein Test geschrieben werden soll.
Donnerstag, 25.2.: Nach kurzer einleitender Übung kommt dann auch der Test, und wir haben eine gute Stunde Zeit, die verschiedenen sprachlichen Aufgaben zu lösen. Rückgabe am Freitag.
Treffe dann in der Pause die zwei Mädels, wollen überlegen, ob wir am Samstag gemeinsam nach Gozo fahren, was die ruhige Nachbar-Insel sein soll (im Gegensatz zu Malta). Gozo hat wohl einige Highlights sowohl im Landesinneren als vor allem an der Küste zu bieten. Warten wir es ab.
Der Nachmittag führt mich dank „5-Tage-Ticket“ noch zu neuen Punkten auf der Malta-Karte und am Abend bin ich dann im Hotel froh, meine Schuhe ausziehen und die Beine hochlegen zu können.

Der Test ist geschrieben und das Ergebnis werde ich morgen sehen. Nach der Schule und einer kleinen Ruhepause nehme ich auf Empfehlung von Magda den Bus und in Valetta  wechsele ich in den 1ser (No.1), der die „Three cities“(3 Städte) bedient. Wenn man keinen weiteren papierenen Plan hat, passiert genau das, was mir passiert: Ich steige irgendwo aus, wo ich glaube, am Ziel zu sein. Das  war falsch und so wandere ich also durch die Gegend, bin zwar im Gebiet der  3 Städte, weiß aber nicht wo. Und dann passiert leider auch noch ein Missgeschick: Irgendwie muss der Verschluss der Bauchtasche aufgegangen sein, sie war weg und ich bemerke es erst, als ich im Bus mein Dauerticket zeigen will.  Also musse ich ein neues kaufen, diesmal für die restlichen 3 Tage. Gottlob war in dieser Bauchtasche nichts von großartigem Wert, wenn man von dem Geldwert des Ticket (9,32€) absieht. Leider waren aber auch sowohl der Fernauslöser für die Kamera als auch eine zweite Batterie in diesem „Bauchladen“. Besonders der Fernauslöser war und wäre noch für abendliche Aufnahmen wichtig gewesen. Verschmerzbar!
So bin ich dann kurz vor 20 Uhr wieder im Hotel und kann noch etwas für die Schule tun.
Am Freitag bekommen wir dann, nachdem wir natürlich auch noch die Sprachschule bewerten müssen, die Testergebnisse ausgehändigt. Die Punktezahl bleibt geheim und so haben wir keine Probleme, die restlichen 2 Stunden noch mit intensivem Lernen auszufüllen.
Ja, und dann ist es soweit mit dem Abschied. Ich habe nette Personen kennen gelernt, man war  recht herzlich miteinander umgegangen, Lehrer und Crew der Schule waren engagiert mit den Schülern umgegangen. Diejenigen, die noch weitermachen, bekommen am 1.3. Neueinsteiger zur Seite, die anderen bereiten sich auf den Heimflug vor.
Wieder im Hotel, kurz die Schulunterlagen abgelegt und zurück zu „meinem Masseur“, um noch einmal Rücken und Schultern seinen geübten Händen auszusetzen.
Da ich gestern bekanntlich die „Three Cities“  nicht richtig gesehen hatte, fahre ich also wieder nach Valetta und mit dem 1ser erneut los. Diesmal verzichte ich darauf, irgendwo auszusteigen, mache einfach die Busfahrt als Rundtour und bin dann gegen 17 Uhr wieder in Valetta am zentralen Busbahnhof. Nun habe ich mir zwar das eigentlich Valetta schon angesehen, nicht aber den umgebenden Bereich, der zu Msida, Pieta und Floriana gehört. Also laufe ich in Fahrtrichtung unserer Busse einige Kilometer und kann durch die einbrechende Dunkelheit mit Resttageslicht noch einige gute Aufnahmen von beeindruckenden Bauten machen.
Wenn ich an dieser Stelle ein Zwischenresumee abgeben sollte, dann würde ich sagen: Das Weltkulturerbe Malta besteht nur aus Festungsbauwerken. In die viele Meter dicken Mauern haben die Malteser inzwischen Wohnungen gebaut. Die Anzahl der Kirchen ist kaum übersehbar, es heißt, für jeden Tag des Jahres ist eine Kirche da. Die Architektur in/auf Malta ist vielfach von Erbstreitigkeiten geprägt, was dazu führte, dass Teile eines Hauses verkauft wurden und der Grundriss unglaubliche, ja abenteuerliche Zustände wahr werden ließ. Wenn man sich die Straßenfronten mit offenen Augen ansieht und dann auch noch die Hintergebäude dazu, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Ergebnis: Bauträger kaufen solche Miniparzellen, reißen alles ein und bauen etwas vernünftig großes (wobei das Wort vernünftig hier keiner weiteren Wertung unterliegen soll).
Aus dieser Historie ist verständlich, wenn sehr viele Häuser leer stehen, nur die Fassaden vorhanden sind (Denkmalschutz) und außerdem die Bausubstanz fast gegen „null“ geht, was allerdings auch auf die ständig feuchte Meeresluft zurück zu führen ist.

Samstag, 27.2., letzter voller Malta-Tag:  Auf nach Gozo   (hier Bilder von Gozo)
Früh aufstehen ist vorprogrammiert, da die beiden Wienerinnen und ich nach Gozo wollen und wir das eben gemeinsam als “Package“ machen wollen, schon allein wegen der Taxi-Kosten auf Gozo. Diese gemeinsame Anmietung war mir und uns von Mitschülern empfohlen worden, um für relativ wenig Geld die gesamte Insel in einer moderaten Zeit von etwa 4 Stunden mit allen Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. So also entern wir den Bus 645 und werden in der unfassbaren Zeit von  45 min nach Cirkewwa gekarrt, wo die Fähre nach Gozo abgeht. Man kann diese Fahrt mit den alten Bussen und den zugehörigen Fahrern (z.T. auch altersmäßig!) als „Drive to Hell“ bezeichnen, man wird von links nach rechts und zurück geworfen und ist froh, nach 45 min diese Art von fahrbarem Untersatz zu verlassen zu dürfen. Andererseits gehören diese Busse einfach zu Malta wie Malta zum Commonwealth. Die Regierung hat aber nun ein Dekret erlassen, wonach die Busse in den nächsten Jahren stillgelegt werden müssen und eine neue Betreiberfirma mit neuen Bussen an den Start gehen soll. Das hat in Malta zu großen Protesten in der Bevölkerung geführt.
Nachdem unsere 3-Personen-Reisegesellschaft die kurze Seereise nach  Gozo geschafft hatte, werden wir regelrecht von Taxifahrern überrannt, die uns für 40 € über die Insel karren wollen. Wir sind ja vorbereitet und wimmeln die ersten 10 Angebote ab, jedoch ist einer so „anhänglich“ und bietet eine „Geld-zurück-Garantie bei Unzufriedenheit“ sowie einen Grundpreis von 35 € (in einem relativ neuen Mercedes), dass wir nicht nein sagen können und ihn engagieren. Er fährt uns zu den nach seiner Meinung interessantesten Stellen der Insel, lädt uns aus, so dass wir uns umsehen können. Er ist kein kleiner Dummer, denn in der jeweiligen „Besichtigungszeit“ hat er wieder andere Touristen an anderen Orten  abzuholen und an neue Ziele zu fahren. Aber er ist jedes Mal pünktlich zurück und als er uns um 14:15 wieder an der Fähre absetzt, hat er einen guten Job gemacht, wurde mit 39,- (3 x 13,-)€ entlohnt. Auch er ist zufrieden und wir nehmen unsere Tickets in die Hand zum „boarding“ für die Rückfahrt, nachdem die Fähre eingelaufen ist und eine neue Horde Touristen ausspuckt. Natürlich erwartet uns wieder „Drivers Hell“, aber wir landen dann doch unversehrt in Sliema, wo sich unsere Wege trennen, jedenfalls kurzfristig bis zum gemeinsamen Rückflug nach Düsseldorf am Sonntag, dem letzten Februartag. Abflug 07:20
Nun also heißt es wieder Koffer packen und den Wecker auf 04 Uhr stellen. Ich kann mich nicht entsinnen, in den letzten Jahren so aufgestanden zu sein, nicht einmal für eine Reise. Das ist in jedem Falle keine Rentner-gerechte Zeit!!
Daher sage ich jetzt schon: Tschüss Malta, es war nicht übel hier und auch das Hotel kann man durchaus weiter empfehlen. Zumindest einige Leute hier wissen, wie man Dienstleistung schreibt !!
Ciao! Good bye! Sahha!
Am frühen Morgen –wie schon erwähnt „Mitternacht“- werden die Aus-Checker vom Diplomat pünktlich 4:35 abgeholt, weitere „Passagiere“ werden in anderen Hotels zugeladen und dann sind wir sehr früh am Flughafen. Dann sehe ich die Mädels und wir checken schon einmal ein, aber die Zeit in der Tax-free-Zone will kaum vergehen, bevor wir gegen 7 Uhr den Flieger endlich betreten können.Wir haben eine gemeinsame 3er-Reihe und können so noch etwas plauschen. Dann –endlich- geht es relativ pünktlich los und in Düsseldorf landen wir nach 3 Stunden mit nur wenigen Minuten Verspätung. Nach Gepäck-Übernahme renne ich sofort zur Gepäckaufbewahrung, um mein beim Checkin „konfisziertes Stativ“ abzuholen. Natürlich gegen Gebühr von 3,-€
Da mein Zug nach Hannover erst um exakt 12 Uhr geht, ist auch hier viel Leerlauf-Zeit, die aber geplant war, denn man weiß bekanntlich nie, wie pünktlich die Airlines sind und was halt eben alles passieren kann. So ist man mit einem Zeitpuffer von rund 1,5 Stunden auf der sicheren Seite.
Ende gut – alles gut ? Das hätte ich fast in den Wind schreiben können, im wahrsten Sinn des Wortes.
Bereits im Flieger und bei der Landung hatten wir Böen und der Wind steigerte sich gerade zur Mittagszeit und besonders am frühen Nachmittag zum Sturm, der sogar dazu führte, dass die Deutsche Bahn fast das gesamte Streckennetz stilllegte wegen Leitungsbruch durch Bäume etc.
Glück gehabt, denn ich war um 14 Uhr wohlbehalten zuhause !!