Ontario - das große Land zwischen Quebeck und Manitoba
das Land der 30.000 Seen - hier die große Bildergalerie
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Nachdem Montreal verlassen war und in gemütlichem Reisetempo die Landesgrenze zu Ontario überschritten war - der Hwy 401 läuft immer neben dem St.Lorenz-Strom her, daher der kontinuierliche Blick des Fotografen stetig auf die z.T. ungewöhnlich schönen Immobilien am Flussufer - nähert man sich Cornwall, der ersten etwas größeren Stadt, wo auch in einem Motel (Frühstück besch....) übernachtet wird. In Cornwall geht die erste Brücke über die St.Lorenz-Strom in die USA, aber man wird mitten auf der Brücke zur Kasse gebeten von den US-Behörden, daher - kein Interesse !! Weiter geht dann die Fahrt bis zu den Iroquois-Schleusen, die den Schiffsverkehr bis in den Ontario-See möglich machen. Die nächste kleinere Stadt ist dann Prescott, wo am Ortseingang die zweite Brücke in die USA ist. Nicht sehr viel weiter, zwischen Prescott und Gananoque ist sogar ein Highway (137) zwischen Canada und USA gebaut worden. Bereits ab Brockville verläuft der Hwy 401 etwas weiter weg vom Fluss, dafür geht jetzt der 1000-Islands-Parkway direkt am Fluss entlang und den befahre ich.
Interaktive Karte dieser wunderschönen Gegend ist -natürlich bei Internet-Verbindung- hier !

Etwa 25 km hinter Gananoque erreiche ich dann Kingston, das Zentrum von 1000-Islands.
Da ich zuerst nach einer Unterkunft suchte, jedoch nichts fand, bin ich bis zum nächsten Ort weitergefahren -Napanee- und habe dort wieder bei einem Inder ein Motelzimmer gebucht. Danach und am nächsten Tag erneut nach Kingston zurück und Ort besichtigt, vor allem das bekannte ehrwürdige Fort Henry, noch heute Ausbildungsstelle der canad. Armee, jedoch ist das alte Fort Henry ein reiner Tourismus-Schlager und die alten Kasematten sind umfunktioniert in Räumlichkeiten für Feiern etc. Wichtig und ein MUSS ist jedoch eine Nostalgie-Tour mit einem alten Raddampfer, wobei man während dieser 2-stündigen Tour durch die 1000-Islands von einem Entzücken ins andere fallen könnte.
Die Bilder geben nur auszugsweise wieder, wie es wirklich war.
Aber auch die schönsten Ecken müssen verlassen werden, denn -wer weiß- es gibt womöglich noch schönere Flecken ?! Also weiter über Belleville-Trenton-Cobourg-Oshawa-durch Toronto (Achtung: Nahe Flughafen muss man vom Hwy 401 auf den QEW wechseln!! Der 401 -offiziell MacDonald-Cartier Fwy geht bis Detroit!!)  in Richtung Missisauga-Burlington nach St.Catherines.
Hier bitte zum Bericht Niagara gehen
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Nach dem Aufenthalt bei Lore im Schaferhof ging es den gleichen Weg zurück über den 401 bis Cambridge und dort Abfahrt nach Kitchener. Von Kitchener hatte ich vorher einiges gelesen, war aber sehr enttäuscht und bin nur zur Nacht geblieben in einem Motel. Am nächsten Tag bin ich motorisch etwas durch das Städtchen Guelph geirrt, bis ich in Aberfoyle die richtige Strasse in Richtung Morriston fand, um dort wieder auf den Hwy 401-East- zu gehen, von dem nach 30 km links der Hwy 407 abzweigte, der recht leer war. Grund: Dieser Hwy war kostenpflichtig, da er aber noch nicht fertig ausgebaut war, durfte man ihn noch umsonst befahren. Aber auch das waren nur etwa 25 km, denn dann kam die richtige Abzweigung nach Norden, nämlich der Hwy 400 der später zum TransCanadaHighway (TCH) wird und am Huronsee und Oberer See vorbei in Richtung Westen bzw. Nordwest geht bis nach Fairbanks-Juneau (Alaska).
Aberfoyle habe ich in besonderer Erinnerung: Ich hatte gerade auf dem Parkplatz von Tim Horton (gibts ja fast an jeder Tankstelle (siehe auch Sonderbericht im Reisetagebuch "Explore Canada") geparkt, als 2 Motocops ebenfalls halten und absteigen und bei Tim Horton verschwanden. Na, dachte ich, die wollen sicher Donuts essen. Und wirklich , sie standen vor dem Tresen, zogen dann aber überraschend Ihre Lederkleidung aus und begaben sich hinter den Tresen. OK, dachte ich, die wollen eine Überprüfung machen, sah auch fast danach aus. Aber es war ganz anders: An diesem Tag war "camp-day" und die Polizei stellte sich in den Dienst der guten Sache und bediente die Kunden, sowohl am "drive-through-Schalter" als auch im Innenraum. Das fand ich nach Rückfrage bei den Cops, die das erklärten, ganz großartig! Siehe "explore canada"
Aber hoch ins Gebiet der "Grossen Seen" Oberer und Huronsee wollte ich ja nicht, zuerst einmal bin ich über Barrie weiter auf dem TCH bis Port Severn gefahren, dort runter, weil alles geradezu zum Übernachten einlud. Mit  "The Inn in Christies Mill" fand ich dann eine "standesgemäße" Unterkunft, eigentlich vielfach zu teuer, aber dank besonderer Reputation hielt es sich im Rahmen eines B&B. Ja, hier war Urlaub angesagt. Und direkt gegenüber war "Rawleys Resort & Marina" auch vom Feinsten entstanden. In Canada natürlich üblich: Nicht der Stellplatz für den Wagen, der Boots-Liegeplatz gehört dazu! Am nächsten Tag ging es weiter nach Nordenbis zur Abfahrt der Staatsstraße 34, weil ich etwas von einem "Marine Railway" gelesen hatte und das interessierte eben. Und nach etwa 10 km Fahrt -immer durch allerschönste Gegenden- stand ich dann auch vor dem Ziel: Eingelassen in die Strasse fand ich Schienen, Spurweite etwa 3 m. Also ausgestiegen, Kameras gepackt und nur wenige Meter neben der Straße ein Ungetüm von "Waggon" - ein "Schiffs-Überführungs-Wagen" - "The Big Chute Marine Railway"  (Karte hier). In Praxis sieht das so aus: Der Wagen fährt auf eben diesen Schienen auf dem einen See soweit mit Seiltechnik unter Wasser, daß ein Schiff (bis Kabinenkreuzer) auf diesen "Transporthund" auffahren kann, dann wird der Wagen hochgezogen und über die trennende Landzunge (Straße) in den nächsten See -tiefer liegend- wieder abgelassen und soweit "versenkt" bis das Boot wieder selbst im Wasser aufliegt. Ablegen bitte! Natürlich geht der Transport auch in umgekehrter Richtung. Hochinteressant und weder vorher noch später je gesehen. Der Abstecher hatte sich gelohnt!!
Wieder zurück auf den Hwy 400=TCH und weiter nach Norden, bis Abzweig 38 und dann durchs Land über Torrance Richtung Gravenhurst, aber zuerst dran vorbei nach Bracebridge  am Lake Muskoka, aber irgendwie klappte es dort mit der Übernachtung nicht so recht (was für ein Glück!) und ich bin die 15 km nach Gravenhurst zurück gefahren. Ja, und dort fand ich meine Referenz Nr. 1 -das war Maria aus Deutschland, seit mehr als 40 Jahren in Canada. Sie hatte ihren Mann beim letzten Deutschland-Besuch vor etwa 15 Jahren in Langenhagen verloren (gestorben). Danach ist sie von Toronto nach Gravenhurst gezogen. Welches Glück für mich! Und von hier kann man unendliche Ausflüge in die Welt der 30.000-Islands machen.
Nicht umsonst heißt diese Ecke von Ontario "30.000-Islands". Es war wie in Kingston und wenn man die interaktive Karte ansieht, wird einem direkt klar, warum diese Gegend hier 30.000-Islands heißt: Man sieht bald mehr blau (Wasser) auf der Karte denn weiß (Land). Eine sagenhaft schöne Ecke. Zum Niederlassen! Ich jedenfalls habe mich gerne bei Maria niedergelassen. Ich denke, sie war nur wenige Jahre älter als ich, aber wie eine Mutter besorgt.
Wie schon etwas vorher erwähnt: Von Gravenhurst konnte man wunderschöne Touren machen, die mich bis an die Georgian Bay nach Port Nicoll, Midland, Penetanguishene führten. Dort gab es früher mal eine Missionsstation "St.Marie among the Hurons", die die Huronen zum christlichen Glauben führen sollten, was fast schon geglückt war, dann aber durch besondere Vorkommnisse total scheiteret mit Verlust an Menschen und neuer Heimat. Heute wird diese Station als Touristen-Attraktion gehalten. An allen Orten gibt es faszinierende Immobilienobjekte - Einfamilienhäuser -, aber an vielen Objekten hängt auch das Schild "For Sale" von irgendeinem Makler. Da ist der Markt dann auch nicht mehr so prall wie früher.
Nach 4 Tagen "zuhause bei Maria" dann der Abschied und jetzt mehr oder weniger direkt nach Toronto. Dank ordentlicher Beschreibung von Sam, meinem Vermieter, hatte ich Wellesley Road auch realtiv gut erreicht, eine Nacht Wagen geparkt und am nächsten Tag -in Toronto fährt man Öffi- ganz nahebei in der Yonge St bei National abgegeben. Fertig.
Jetzt also blieben mir 4 Tage Zeit für Toronto, die ich nutzte, um per Bus und U-Bahn die Stadt zu erkunden. Vor allem interessant die "subtown" unter der Ebene null, eine Gewirr von Verbindungen zwischen Straßenblocks, riesigen Kaufhäusern, Banken etc. Wenn man will, kann man sich total unterirdisch bewegen und große Teile des Geschäftslebens finden auf dieser Ebene minus 1 statt. Vor allem sind dort die großen "Fress-Meilen" und natürlich "food-" und "non-food-stores" zu finden. Ist ja auch viel kühler hier als an der Oberfläche mit 30°. Na ja, natürlich muss man einen Ort besuchen, der zu Kanada gehört wie der gleichartige Sport: Eishockey--nämlich "the Hall of Fame" vom Eishockey. War schon beeindruckend, was da zu sehen und zu lesen war, all die bekannten Namen wie (weil noch lebend) Wayne Gretzky. Hier fahndete ich dann auch nach dem legendären Tim Horton, den ich auch fand und so sein Sportler-Leben etwas nachvollziehen konnte.
Was wäre Toronto ohne seinen CN-Tower? Ich war natürlich oben, ganz oben auf 441 m, mit sagenhafter Aussicht bei bestem Wetter. Wieder auf dem Boden der Wirklichkeit dann zum nahen "vieux port" gelaufen und eine Fahrt nach Toronto-Island mitgemacht, einer fast im Schatten vom CN-Tower liegenden Ausflugsinsel mit typischem Toronto-Einwohner-Flair. Ja, hierhin zieht es die Canaks bei warmen Wetter und hier wird gerade wieder für Kinder alles geboten, was die erwarten.
Wie kommt man rüber? Klar, die bekannten Glasdach-Ausflugsboote oder auch größere oder... oder....-Möglichkeiten en Masse. Und Masse war auch auf Toronto-Islands zu finden: Schulklassen, Nursery-groups und natürlich jede Menge Großfamilien. Groß war auch das Gepäck: Kühlboxen für alles Eß- und Trinkbare. Auch hier wieder: Rasen betreten erlaubt, "Duschen" unter den Springbrunnen erlaubt, es gibt nichts, was Kinder nicht dürfen.
Aber auch Toronto hat einmal ein Ende und am 14.6. nachmittag brachte mich ein "Limousinenservice" -mein Wagen war ja schon vor 4 Tagen abgegeben worden- zum Flughafen "Lester B.Pearsonm Int.", wo ich den WestJet-Schalter suchen musste und meine bereits in Deutschland per Internet gebuchte und ausgedruckte Flugbestätigung gegen eine boarding-card tauschen konnte.
Toronto goodby - Calgary ich komme !!