Nach Comox und Port Hardy  (die Bilder)

Ja, liebe Besucher von Reisegeschichten Kanada, diese Etappe gehört in die Mitte meiner Erzählung über Vancouver-Island. Seiten 50-56 im Reisetagebuch.

Um in den Norden von Vancouver-Island zu kommen, muss man ein Auto haben, okay, das wäre klar, aber von Sidney aus müsste man normalerweise wieder den Patricia Bay Hwy (17) nehmen, dann in Vic an der Kreuzung McKenzie nach rechts abbiegen, um nach etwa 2 km dann auf den TCH (Nr.1) zu stoßen. Der TrancCanadaHighway startet ja mit der mile 0 an der Dallas St (Bild) und verläuft dann nach Norden bis Nanaimo, dann gehört die Fährverbindung Nanaimo Horseshoebay dazu, sodann geht der TCH nördlich an Vancouver vorbei am Fraser entlang nach Hope und dann weiter.
Ich war noch mitten in Vic, als ich von einer Highway-Patroille überrascht wurde, die mit Laserpistolen Verkehrssünder aufs Korn nahmen. Ich war gemächlich gefahren, also keine Probleme, jedoch zufällig etwas später treffe ich diese Truppe und frage nach Erfolgsquoten. Kanadier: 20-40 km zu schnell, Europäer: Keine Beanstandung !!!!!
So geht die Fahrt also weiter: Cowichan - Duncan mit seinen Holzstatuen (Bilder!)- Chemainus mit seinen "murals", ähnlich Vernon die bemalten Häuser - Ladysmith mit seiner vormaligen Holzindustrie, von der heute fast nichts mehr da ist (Bilder!)- und dann Nanaimo (75 TEW), welches nach meiner Meinung zum sehr großen Teil vom Fährverkehr lebt. Die Straßen sind inzwischen sehr gut ausgebaut und zwar bis Courtenay. Hinter Nanaimo gehts über Lantzville-Qualicum Beach (sehr stark besuchter Badeort)-in Fanny Bay kann man nach Denman-Island übersetzen- langsam auf Courtenay zu. Ich will aber nach Comox, das ist die gegenüber liegende Seite der Bucht, die noch zur Strait of Georgia gehört. Hier eine interaktive Karte von Comox

Comox ist wirklich ein ganz attraktives Städtchen, bildet eine Gemeinschaft mit Courtenay. Mein Ziel liegt in der Port Augusta St mit wirklich tollem Ausblick über das Inlet und auf den Comox-Gletscher und Mt.Washington. Meine Gastgeberin wohnt in einer relativ neuen Wohnanlage mit durchaus gastfreundlichen Nachbarn. Denn die waren es, die mir für 2 Tage freundliche Unterkunft gewährten, weil sie selbst (ein älteres Ehepaar) für einige Tage nach Victoria gefahren sind. Wo findet man schon bei uns so eine Gastfreundschaft? Als ich bei Yvonne, Alis Mutter, an der Türe klingelte, war ich mehr als überrascht, als Ali (mit Austin) aufmachte und mich schelmisch anlachte: Sie war schnell nach Comox gefahren, weil in Sidney nichts von Wichtigkeit zu tun war. Das war wirklich eine schöne Überraschung. In Comox ist und war die kanadische Marineflieger-Base und da gab es was zu sehen: Aufgebockte Jagdflugzeuge, Sikorski-Hubschrauber und vieles mehr. Und ein schneller Ausflug an die Spitze hinter der Marine-Base führte mich noch zu Yvonnes Bruder Hans, den ich schon seit 1994 kenne.
Mt.Washington war auch mein Besichtigungsziel für den kommenden Tag, nichts ahnend, was mich erwartete (siehe wieder der Hinweis auf das Reisetagebuch Seiten 51-52)
Von Comox über Courtenay zum Mount Washington ist natürlich kein großer Ausflug, aber vorher will ich eine halbverlassene Stadt besuchen, Cumberland. Von dort gehts dann  zum Mount Washington, wo mich ein Spektakel erwartete: Es wurden die Tim-Horton-Bike-Awards ausgefahren und da war was los!! Ich denke, einige Hundert Biker bewarben sich darum. Und die Fotos dieser Etappe zeigen in aller Klarheit, daß hier keiner etwas zu verschenken hatte. Die Streckenführung war alles andere als "gnädig", ich würde dort nicht zu Fuß heruntergehen.
Noch ein Tag Ruhe in Comox, allerdings geprägt von der Suche nach einer Unterkunft in Port Hardy. Der Weg morgens um 2 Uhr nach Port Hardy, um pünktlich am Schiff zu sein, ist fast nicht machbar, vor allem nicht auf dieser Strecke, wo jederzeit mit Wild auf der Straße gerechnet werden muß. Aber die Suche nach B&B oder Motel oder Hotel war mehrfach erfolglos, alles "full", "booked out".......
Aber eine B&B-Inhaberin gab mir eine nicht so bekannte Adresse und .....es war ein Erfolg. Ich bekam die Zusage und somit konnte ich am 20.7. nachmittags beruhigt nach Port Hardy fahren.
Es kann hier noch einmal das Reisetagebuch nachgelesen werden, welches den Weg und auch Port Hardy sowie die Inside-Passage beschreibt. Interaktive Port Hardy-Karte
Aber diese Reisebeschreibung soll auch ohne das Reisetagebuch den Bildern gerecht werden, die hierzu eingestellt wurden. Die Fahrtroute selbst ist ja  hier  einzusehen.
Die rund 300 km von Comox bis Port Hardy wollen erst einmal gefahren sein. Um etwas zu sehen, fährt man besser auf der See-nahen Uferstrasse durch die kleinen Orte anstatt über den ausgebauten Highway 19, der sowieso nur bis Campbell-River geht. Auf der Weiterfahrt hinter Campbell-River sehe ich plötzlich ein Schild "Englishman-River-Falls" und natürlich muss ich dahin. Ein typischer kleiner Nationalpark, ausnahmsweise fast leer, empfängt mich mit dem Hinweis, auf Bären zu achten. Dann der "Fall": Gerade mal ein paar Meter, dafür in einen schmalen Spalt. Eine Familie balanciert durch den Englishman-River, der sehr flach ist und keine großen Gefahren birgt. Zurück auf die 19 und weiter. Zuerst einen Abstecher nach Sayward gemacht, wo wie an vielen Orten noch immer Holzverarbeitung angesagt ist; 60 km weiter dann links rein nach Woss, wo besonders die "handcrafted" Schnitzerei der Ureinwohner zuhause ist. Ich kaufe 2 Teile für meine Kinder und fahre weiter, bis ich kurz vor Port McNeill den Hinweis auf  Telegraph Cove und Beaver Cove finde, also rechts abfahren. Telegraph Cove und Beaver Cove sind so zwei Adressen, wo man sich im Rentenalter niederläßt, wenn man begeisterter Angler ist. Eine Handvoll Häuser, viele bereits vorbereitete Grundstücke für Bauherren, natürlich eine Marina vom Feinsten, denn die meisten Boote, die hier liegen, gehören Eignern aus aller Welt. Warum gerade hier? Es ist ein sehr geschützter kleiner, fast familiärer Naturhafen. Weiterfahrt über Port McNeill, auch hier Holzverarbeitung, man sieht das Holz in großen Flößen zusammengestellt auf dem Wasser liegen bis zur Verarbeitung. Auffallend die Schuten mit dem Sägemehl, welches einer getrennten Weiterverarbeitung entgegensieht. Dann komme ich nach Port Hardy, wo man sich am Ortseingang entscheiden muss, ob direkt zum Schiffsanleger (Bear Cove) oder erst in die Stadt, wo ich ja hin will, um meine B&B-Familie zu finden. Das ist nicht schwer, Telco St liegt mitten in Port Hardy und so werde ich von Helma, einer Wienerin samt Hund, herzlich empfangen. Da es schon lange Abendbrotzeit ist, gehe ich etwas essen und wieder zurück. Wir plaudern noch, aber dann denke ich an den früher Aufbruch morgen und gehe zu Bett. Früh werde ich geweckt, ein tolles Frühstück um 6 Uhr und bald darauf hupt bereits der Shuttle, der mich zu Bear Cove und dem Anleger von BC Ferries bringt - auf zur Inside-Passage!

Aber ich muss ja auch wieder zurück!
Nach der Abfahrt aus Port Hardy geht es natürlich über den "Highway" Nr. 19 zurück, aber jetzt hatte ich mir vorgenommen, ab Campbell-River mal etwas mehr Zeit für die Oceanside-Route zu nehmen, denn da gibts einiges zu sehen. Nochmals ein Zwischenstop in Comox und eine Übernachtung und dann geht es weiter Richtung Süden nach Sidney. Nach einigen kleineren Orten, zwischen Fanny Bay und Qualicum Beach, fahre ich rechts auf einen ausgewiesenen Picknic-Platz, der etwas besonderes darstellt. Nicht nur, daß man hier den Regenwald durch die Flechten an den Bäumen beeindruckend erleben kann, sondern vor allem durch eine Schautafel über einen "Lieutenant Jan Philip McDonald", der durch den Beitritt Canadas im 2.Weltkrieg "gegen Hitler´s Germany" dann am "D-Day" gefallen war und man ihm hier als ein Sohn Courtenays zu Ehrens eben diese Vitrine gestiftet hat. Danach durchfahre ich Qualicum Beach, ein Badeort, der im Sommer mit Verhältnissen wie an der Ostsee zu vergleichen ist -voll.  50 km weiter kommt die zweitgrößte Stadt der Insel, Nanaimo, ins Blickfeld. Ich bin nicht reingefahren, weil durch die hochfrequentierte Fährverbindung nach Horseshoebay (Nord-Vancouver) jede Menge LKW´s und PKW´s durch die Stadt fahren und ich bereits 1994 Nanaimo kennenlernte. Statt dessen bin ich in die Randlagen gefahren und stellte fest, daß die Stadt am Rande ganz schön steile Hänge hatte, trotzdem wurde überall gebaut. Durch die Hanglage hat man eine tolle Übersicht über die Stadt bis zum Fährhafen. Am Ortsausgang von Nanaimo werde ich aber durch ein Schild auf den "wild-play elements-park" aufmerksam gemacht. Mal sehen, wie ein solcher Park hier aussieht. Na ja, die Hauptattraktion ist eigentlich der Bungeesprung von einer alten Stahlbrücke bis ins Wasser darunter, außerdem konnte man in dieser Schlucht noch in Längsrichtung wie in einer Schiffschaukel hin- und herpendeln. Nichts überragendes.
Zurück auf den TCH und weiter nach Süden. Rechts immer die See (Strait of Georgia) im Blick mit den vielen Inseln und Inselchen. Nahezu jede Insel wird von BC Ferries angefahren und bietet Camp-Möglichkeiten. Dann nähere ich mich Chemainus, der Stadt mit den "murals". Auf der Hinfahrt keine Zeit, jetzt wird eine Besichtigung gemacht, die Fotos seht ihr im Rahmen dieser Bildserie. Und nicht weit hinter Duncan und Cowichan kommt schon wieder die Abfahrt zur Fähre Mill-Bay -> Brentwood, noch eine halbe Stunde Fahrt und ich bin wieder "zuhause" in Sidney.
Ein 9-Tage-Ausflug, der es in sich hatte!